Lebenslanges Lernen fördert die Karriere

 



"Die Weiterbildung hat mich beruflich und privat sehr geprägt und auf meinem Lebensweg klar vorangebracht", fasst der Industriekaufmann Christoph Flöck nach einer Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt zusammen. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Fachkaufmann Einkauf/Materialwirtschaft und arbeitete danach als Einkaufsleiter. Für den 37-Jährigen hat sich das Lernen ausgezahlt.

Immer mehr Menschen nehmen an beruflichen Weiterbildungen teil. Ausbildung beendet, Berufseinstieg vollbracht und schon geht es weiter mit der Karriereplanung. Rund 166.000 Menschen bildeten sich im vergangenen Jahr über das "Meister-Bafög" weiter, eine von mehreren Möglichkeiten.

Der Rechtsanspruch auf eine Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildung ergibt sich aus dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Dieses so genannte Meister-Bafög steht allen Berufstätigen offen, die das Ausbildungsniveau eines Meisters erreichen wollen, also kein Studium anstreben. Gefördert werden nicht nur Handwerker, sondern beispielsweise auch Bürokaufleute, Gesundheits- und Krankenpfleger.

Leistungen des Meister-Bafögs

Die Förderung des Meister-Bafögs umfasst zwei Komponenten. Wer sich weiterbildet, kann entweder Zuschüsse oder ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch nehmen. Eine finanzielle Unterstützung gibt es für Lehrgänge und anfallende Prüfungsgebühren. Diese Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Das Darlehen kann sogar teilweise nach bestandender Prüfungen erlassen werden. Bei einer Vollzeitmaßnahme gibt es auch einen Unterhaltsbeitrag, dessen Höhe sich am Einkommen des Antragsstellers orientiert.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Sozialpartner wollen die Fortbildungsangebote noch weiter ausbauen. Das betonten sie auf einer Konferenz im März 2012. Bessere Informationen und Beratung über berufliche Weiterbildung in den Betrieben und Unternehmen seien notwendig, um Berufseinsteiger und erfahrene Berufstätige zum Weiterlernen zu motivieren.

Lernbereitschaft schafft neue Perspektiven im Beruf

Für den Berufsaufstieg kann eine Aufstiegsfortbildung sogar nach einem Studium sinnvoll sein. Mareen Ludwig nahm nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft eine Stelle bei der Stadtverwaltung an. Die 27-Jährige wartete nicht lange und begann sofort mit einer Aufstiegsfortbildung zur Bilanzbuchhalterin. "Auch wenn das Diplom höher bewertet wird als dieser Abschluss – jetzt fühle ich mich in meinem beruflichen Metier sicherer und habe größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt", sagt die Berufseinsteigerin. So sehen das außer ihr noch 31 Prozent der Berufstätigen mit einer Weiterbildung. Die neu erworbene berufliche Handlungsfähigkeit sichere ihnen den Arbeitsplatz. Doch es sind nicht nur Karrieremotive, sondern auch hinzugewonnenen persönlichen Erfahrungen, die einen beruflich voranbringen.

Bildungsprämie

Neben dem Meister-Bafög hat der Bund vor vier Jahren mit der Bildungsprämie ein weiteres Weiterbildungsprogramm auf den Weg gebracht. Erwerbstätige können sich an fast 570 Beratungsstellen in ganz Deutschland wenden, um einen "Prämiengutschein" für Weiterbildungsmaßnahmen zu beantragen.

Die Hälfte der Kosten werden bis zu maximal 500 Euro übernommen. Eine Altersgrenze gibt es nicht, denn auch mit 47 Jahren zahlt sich eine Weiterbildung aus, wie der Berufsweg von Manfred Mütze zeigt. Er hat nach einer kaufmännischen Berufsausbildung immer wieder an Fortbildungen teilgenommen und ist so auf der Karriereleiter bis zum IT Systems Manager aufgestiegen. 70 Prozent der Berufstätigen mit Weiterbildung bekommen im Anschluss einen größeren Verantwortungsbereich in ihrem Beruf übertragen.

Weiterbildung lohnt sich

"Weiterbildung muss als lohnende Investition in die eigene Zukunft und als selbstverständlicher Bestandteil der Bildungs- und Erwerbsbiographie begriffen werden", sagt Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative "Aufstieg durch Bildung" investiert daher die Bundesregierung pro Jahr rund 519 Millionen Euro für die Weiterbildung im Beruf. Diese Investition schützt vor Arbeitslosigkeit und eröffnet Lernbereiten neue Perspektiven im Berufsleben.

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