Gesundheitsversorgung sichern: Die Frauen Union Ammerland fordert kreative Lösungen und mehr politisches Engagement für den ländlichen Raum
Die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen waren der Schwerpunkt auf der Jahreshauptversammlung der Frauen Union Ammerland. Als Gastreferent stand der Niedersächsische Wissenschaftsminister a.D. und Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Wesermarsch/ Rastede, Björn Thümler, den Mitgliedern und Gästen für einen intensiven Austausch zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen Themen wie der Fachkräftemangel im medizinischen und pflegerischen Bereich, das Apothekensterben, die Notwendigkeit von mehr Medizinstudienplätzen, der Einsatz von Telemedizin sowie neue Versorgungsmodelle – besonders mit Blick auf den ländlichen Raum.
Björn Thümler MdL hob hervor: „Bis 2030 fehlen in Deutschland rund 130.000 Pflegekräfte, bis 2040 könnten es fast 900.000 sein. Wir müssen Digitalisierung, innovative Ausbildungswege und internationale Kooperationen stärker nutzen, um Versorgung und Personal zu sichern. Besonders wichtig ist dabei, den Zugang zu Medizinstudienplätzen zu erleichtern und ausländische Fachkräfte schneller anzuerkennen.“
Auch internationale Aspekte wurden thematisiert: Sprachregelungen in Nachbarländern, Auslandsstudium und die Rückgewinnung junger Talente durch regionale Ausbildungsprojekte. Beim Zugang zum Medizinstudium bleibt der Numerus Clausus eine Hürde – alternative Modelle wie Stipendien oder einkommensabhängige Rückzahlung können hier Abhilfe schaffen. Die Anerkennung ausländischer Fachkräfte muss dringend beschleunigt werden.
Im Bereich der Krankenhausstrukturen wird künftig auf effizientere, zentralisierte Versorgung nach internationalem Vorbild gesetzt. Das anhaltende Apothekensterben verlangt ebenso politische Lösungen und eine Stärkung der pharmazeutischen Ausbildung.
Corinna Martens, Vorsitzende der Frauen Union Ammerland, betonte: „Es braucht dringend kreative Lösungen und entschlossenes politisches Handeln – gerade für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Die Herausforderungen sind komplex, doch wir werden uns weiter dafür einsetzen, gemeinsam mit Experten, der Politik und der Gesellschaft tragfähige Konzepte zu entwickeln.“